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Formula Student: Motul unterstützt Motorsport-Ingenieure der Zukunft

26.06.2019

HSNR Racing präsentiert neuen Rennboliden

HSNR Racing präsentiert neuen Rennboliden

Frei stehende Räder, filigrane Radaufhängungen und viel Carbon: Der Rennwagen von HSNR Racing begeistert mit feinsten Motorsport-Zutaten – und erinnert durchaus an einen Formel-1-Rennwagen. Doch Proportionen, der Überrollbügel und dieser gigantische Heckflügel über der Hinterachse wollen nicht ins Bild der Königsklasse des Motorsports passen. Müssen sie aber auch nicht. Denn auch wenn der Rahmen mit über 250 geladenen Gästen an diesem Abend sehr zur Formel 1 passen würde, geht es in Krefeld heute doch eine Nummer kleiner zu. Denn wir sind heute an der Hochschule Niederrhein zu Gast: Soeben haben die 35 Mitglieder des von Motul unterstützten Formula-Student-Teams der Hochschule in feierlichem Rahmen ihren Rennwagen für die neue Saison präsentiert.

Leidenschaftliches Engagement der Studierenden

„Die Formula Student ist ein Konstruktions- und Entwicklungswettbewerb“, erklärt mir Sven Wollny, Maschinenbaustudent und Head of Sponsoring & Social Media des Teams. „Das Ziel ist es, im Rahmen des Reglements von allen teilnehmenden Teams das beste Auto zu bauen“, so Sven über den internationalen Wettbewerb, der seit 2006 auch in Deutschland ausgerichtet wird.

Auf der Bühne hält Prof. Dr.-Ing. Michael Heber zur Feier des Tages eine kurze Rede. Der Professor für Konstruktionslehre und Kunststofftechnik an der Hochschule Niederrhein betreut bereits seit Anfang 2012 das Formula-Student-Projekt. „Die Studierenden haben ihr Auto immer fertigbekommen, egal wie hoch der Termindruck war“, freut sich der Professor. „Eigentlich haben sie keine Chance, aber sie kriegen das trotzdem immer wieder hin. Die Studierenden arbeiten just-in-time, das haben sie bei uns gelernt“. Ein Gag, der viel Applaus erntet – und der doch nicht über den Stolz hinwegtäuschen kann, der in den Worten des sympathischen Profs mitschwingt.

Leidenschaftliches Engagement der Studierenden

Hochschule Niederrhein unterstützt das Formula Student Rennteam

Sven bestätigt: „Es ist schon eine Mammutaufgabe: In einem Jahr vom Konzept, über alle Berechnungen bis hin zur Fertigung.“ Ohne die tatkräftige Unterstützung der Hochschule ginge es nicht, erklärt Sven, der mich durch die Räumlichkeiten des Teams führt. Was wir sehen, ist wirklich beeindruckend. Das Team der Hochschule verfügt über ein komplett ausgestattetes Großraum-Büro mit Platz für über 20 Personen und eine eigene Werkstatt. Zudem haben die Motorsport-Ingenieure der Zukunft Zugang zu modernen 3D-Druckern, Tiefziehanlagen, sowie eine CNC-Drehbank und 3-Achs- und 5-Achs-CNC-Fräsen. Eine Ausstattung, von der viele Motorsport-Teams nur träumen dürften. Allein der Windkanal fehlt.

Auch wenn die Hochschule Niederrhein großzügig unterstützt: Letztlich organisieren sich die Team-Mitglieder selbst. „Bei Fragen können wir immer auf unsere Professoren zugehen, die Türen stehen uns immer offen. Aber einer der Reize liegt halt auch darin, sich vieles selbst beizubringen“, erzählt mir Teamleiter Chris Jakubowksi. Und das scheint eine ganze Menge zu sein. „Wir haben in den letzten drei Jahren sehr, sehr viel geschafft. Man sieht schon eine deutliche Evolution der Rennwagen. Von 2017 auf 2018 kam zum Beispiel ein Aeropaket dazu und wir sind trotzdem leichter geworden. Und jetzt, im 2019er-Auto, konnten wir nochmal 11 Kilogramm abspecken und liegen nun bei einem Fahrzeuggewicht von 161 Kilogramm. Zudem baut der Wagen sehr kompakt und die Gewichtsverteilung ist genauso, wie wir es uns erhofft haben. Wir sind wirklich superglücklich“, freut sich der Student und Motorradfahrer.

Und auch bei der Motorleistung erhoffen sich die Studenten der Hochschule Schritte nach vorn: „Unser KTM Einzylinder-Motor leistet theoretisch rund 68 PS. Da wir reglementbedingt bei der Ansaugung aber auf 20 Millimeter begrenzt sind, haben wir natürlich erhebliche Leistungseinbußen. Mit unserem neuen Schalldämpfer erwarten wir deutlich weniger Abgasgegendruck und damit auch mehr Leistung.“ Als Schmierstoffpartner unterstützt Motul das Team von HSNR Racing. Und das nicht ohne Grund: „Motorenöl ist in der Tat sehr, sehr wichtig. Und gerade die KTM-Motoren benötigen viel Öl, weil sie sehr kurze Ölwechsel-Intervalle haben“, erläutert Chris. „Deshalb sind wir auch sehr froh, dass uns Motul unterstützt“.

Motul fördert den Motorsport der Zukunft

Auch Sarah Petschel, Motorsportbeauftragte bei Motul, freut sich über die Zusammenarbeit mit den Technik-Talenten. „Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung im internationalen Motorsport ist Motul ein anerkannter Partner zahlreicher Rennsport-Teams. Wir arbeiten deshalb sehr gerne mit dem innovativen und kreativen Formula-Student-Team der Hochschule Niederrhein zusammen. Wir unterstützen die Studenten bei der Weiterentwicklung des Motors und stehen mit unserem technischen Know-how zur Seite“, erklärt Sarah Petschel. „Und selbstverständlich möchten wir uns schon heute bei den Motorsport-Ingenieuren der Zukunft positionieren“.

Die Weiterentwicklung des Rennwagens und das Engagement in einem Formula-Student-Team haben ihren Preis, vor allem für Teamleiter. „Teamleitung ist ein so stressiger Job, den man während des Studiums nicht zwei Jahre machen kann, sodass die Leitung im Grunde jedes Jahr wechselt“, weiß Prof. Heber. Und das gilt auch für Chris. „Ich werde noch ein Semester dranhängen, um meine letzten Klausuren fertig zu bekommen. Als Teamleiter war es nicht möglich, mehr Klausuren zu schreiben.“

Gegenüber anderen Studierenden haben Formula-Student-Team-Mitglieder dafür aber oft auch klare Vorteile. „Die Lernerfolge in so einem Projekt sind natürlich gigantisch“, so Prof. Heber. „Die, die da mitmachen, können wirklich konstruieren. Soviel bringen wir ihnen in sechs Semestern nicht bei - weil sie zeitweise Tag und Nacht konstruieren.“

Alexander Hornoff, Head of Technical Department Germany & CEE bei Motul fügt hinzu:

„Letztendlich ist es, das kontinuierliche Streben nach neuen und besseren Lösungen, was uns antreibt und verbindet. Und wir teilen die gleiche Leidenschaft für den Motorsport und den Erfolg auf der Rennstrecke. Deshalb nur das Beste aus der 300V Factory Line für die Hochleistungs-benzinmotoren der Formula-Student-Fahrzeuge. Weiterhin unterstützen die Teams der Formula Student mit Spezial-Kühlmittel, Rennbremsflüssigkeit und bei Bedarf auch  mit Gebrauchtölanalysen. Das Schöne daran ist, wenn man für ein kniffliges technisches Problem mit unseren Produkten eine Lösung gefunden hat, so ist das eine wertvolle Erfahrung, die man damit gewonnen hat. Unser Schmierstoff-Know-how wird damit aus eigener Erfahrung zur ersten Wahl. Und Erfahrung kann man nicht nachholen.“           

Formula Student als Türöffner

Zudem können sich viele Absolventen, die sich in der Formula Student engagieren, ihren Job fast aussuchen: „Die Studierenden sind extrem beliebt bei Arbeitgebern. Seitdem wir das Formula Student Projekt bei uns haben, habe ich ständig Abschlussarbeiten von großen, im Motorsport aktiven Unternehmen. Das hatten wir vorher nie“, freut sich der Professor.

Auch Chris weiß bereits ziemlich genau, was er will: „Ich kann mir sehr gut vorstellen, nach meinem Abschluss etwas im Motorsport zu machen. Ich glaube, dass es gerade in diesem Bereich viele spannende und vor allem abwechslungsreiche Möglichkeiten gibt“.

Hochschule Niederrhein unterstützt das Formula Student Rennteam
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