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Das "Stehaufmädchen" - 7 Fragen an Sophia Flörsch

04.02.2020

Sophia zu Gast beim Motul Kickoff 2020

Sophia zu Gast beim Motul Kickoff 2020

Als Stehaufmännchen werden umgangssprachlich Menschen bezeichnet, die sich nicht durch Niederlagen entmutigen lassen, sondern Misserfolge überwinden und sich immer wieder neu auf das Leben einlassen. Ein solcher Mensch ist Rennfahrerin Sophia Flörsch. Im November 2018 verunglückte sie als 17-Jährige beim berühmt-berüchtigten Macau Grand Prix schwer. Bei ihrem Abflug im Formel 3 bei 274 km/h zog sich die Münchenerin eine Wirbelsäulenfraktur zu. Doch Sophia ließ sich nicht unterkriegen und arbeitete schon bald an ihrem Comeback. Nur fünf Monate nach dem Horror-Unfall saß sie wieder im Rennwagen. Etwas später, im November 2019, kehrte sie bereits nach Macau zurück. In diesem Jahr will die heute 19-Jährige zusammen mit ihrem neuen Partner Motul voll angreifen. Wir haben mit Sophia über ihren Unfall und ihre Pläne 2020 gesprochen.

Du hast diesen schweren Unfall beim Macau Grand Prix gehabt. Was war das für ein Gefühl, als du im November 2019 wieder in Macau gefahren bist?

Der Unfall ist 2018 bei einem Weltmeisterschaftslauf der Formel 3 passiert - das größte Event für einen Formel-3-Fahrer überhaupt. Nur ein Jahr später bin ich zurückgekehrt - mit einem noch schnelleren Auto. Bei dem Unfall damals hatte ich 274 km/h drauf und mit dem neuen Auto sind wir an der Stelle mit 300 angekommen. Ich habe mich mega darauf gefreut. Macau ist meine Lieblingsstrecke: Du bist wie in einem Tunnel, wenn du auf der Strecke fährst. Ich war einfach froh, wieder dort zu sein.

Hattest du Respekt vor dem Rennen 2019?

Ja, du hast Respekt vor der Strecke. Auch schon vor dem Unfall war natürlich jedem Rennfahrer bewusst, dass die Strecke mit die gefährlichste Rennstrecke weltweit ist, gefährlicher als Monaco oder andere Straßenrennen. Im Auto genießt du allerdings jeden Meter. Du hast Spaß und bist eben da, um ein Rennen zu fahren, um deinen Traum zu leben. Du hast Respekt, ja. Aber im Endeffekt bist du es, der das Auto steuert und ans Limit geht – oder auch mal darüber hinaus.

Wie konntest du dich nach dem Unfall wieder motivieren? Oder wie motivierst du dich allgemein nach Rückschlägen?

Der Unfall und auch der Sport haben mich sehr schnell erwachsen werden lassen. Vor allem der Unfall hat mir immer wieder gezeigt, dass man das wertschätzen sollte, was man hat, wie gut es einem geht, und was für ein Glück man hat. Und auch, dass alles mit einem Grund passiert. Man muss immer versuchen, auch aus dem Schlechten etwas Positives zu ziehen und das Beste daraus zu machen. Dieses Motto versuche ich jeden Tag umzusetzen.

In diesem Jahr wirst du erstmals zusammen mit Motul Gas geben. Kannst du schon etwas über dein Motorsport-Programm 2020 verraten?

Ich bin superfroh, die Kooperation mit Motul eingegangen zu sein und glaube, dass es für uns beide ein sehr spannendes Jahr wird. Es gibt in der Formel 3 unterschiedliche Formel-3-Klassen. Ich fahre seit zwei Jahren in der Formel 3, aber mein Ziel ist es, in diesem Jahr die größte Formel-3-Klasse zu fahren, die im Rahmen der Formel 1 fährt.

Hattest du Respekt vor dem Rennen 2019?

Hast du Vorbilder? Wir haben gehört, da geht es bei dir eher Richtung England…

Ja, stimmt! Ich sehe Lewis Hamilton so ein bisschen als mein Vorbild. Er ist einfach ein mega Sportler. Er liefert immer ab. Ich denke, sein sechster Weltmeister-Titel im letzten Jahr sagt schon alles. Und trotzdem ist er jemand geblieben, der Charakter hat. Er ist nicht nur Sportler, sondern hat beispielsweise auch seine eigene Modelinie. Und er ist einer, der auch mal den Mund aufmacht, wenn ihm etwas nicht passt.

Wie ist deine Verbindung zu technischen Teamkollegen? Entwickelst du zusammen mit dem Team das Fahrzeug oder den Motor auch weiter?

Die Zusammenarbeit mit den Technikern ist im Nachwuchssport noch etwas limitiert. In den Nachwuchsklassen gibt es Einheitschassis und Einheitsmotoren. Das heißt: Den Motor kannst du gar nicht weiterentwickeln. Es geht hier hauptsächlich darum, zusammen mit deinem Ingenieur am Fahrzeug-Setup zu arbeiten. Man kann zum Beispiel Richtung Untersteuern oder Übersteuern arbeiten - je nachdem, womit sich ein Fahrer am besten fühlt. Und dahingehend bist du mit deinem Ingenieur immer in einem ständigen Austausch. Da muss natürlich auch die Harmonie passen, damit du schnell bist und abliefern kannst.

Was machst du sonst, wenn du mal nicht in einem Fahrzeug sitzt?

Ich habe vor zwei Jahren mein Abi gemacht und bin seitdem sehr viel unterwegs. Ich habe das Glück, diesen Sport machen zu können und genieße jeden Moment. Ich versuche, während der Saison möglichst viel Auto zu fahren, Medien- und Sponsoren-Termine wahrzunehmen. Wenn ich dann mal zu Hause bin, versuche ich, etwas mit meiner Schwester zu unternehmen, in der Stadt shoppen zu gehen. Ich bin also noch ein normales Mädchen.

Danke für das Interview!

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